Freitag, 1. Januar 2016

Kichadi aus Sri Lanka – Dal Bhat



Ein Linsengericht soll einem an Silvester bzw. Neujahr, zumindest in Europa und vor allem in Italien, egal in welcher Form, Glück für das neue Jahr bringen. Die Cotechino con Lenticchie hatte ich schon, also auf in Richtung Sri Lanka und ein Kichadi zubereitet. Kichadi ist mit dem bengalisch-nepalesischen Dal Bhat eng verwandt (Dal = Linsen, Bhat = Reis) und hat den Vorteil, dass man nicht über Yakbutter verfügen muss, wenn man sich an das Originalrezept halten will.

Bei Ghee handelt es sich um geklärte Butter, also ähnlich unserem Butterschmalz. Man kann sie bei uns fertig, wie gesagt als Butterschmalz kaufen oder selber herstellen, siehe unter Ghee.
 

Asafoetida, Asant, Stinkasant oder Teufelsdreck ist eine Doldenblütlerpflanze und wächst hauptsächlich in einem Gebiet das die Länder Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan, Kirgisistan, Iran, Afghanistan und Teile Pakistans umfasst. Als Arznei und Gewürzpflanze wird er seit 2000 Jahren genutzt. Will man es als Gewürz verwenden, schlitzt man vom Wurzelstock her den Stamm an (die Pflanze kann bis zu 3 Meter hoch werden) und kann dann einen austretenden Milchsaft gewinnen. Diese verharzt beim Trocknungsprozeß unter Sonnenlicht an der an der frischen Luft und verfärbt sich gleichzeitig von weißlich nach rotbraun. Sein Geruch ist zwieblig knoblauchartig. Teufelsdreck ist z.B. auch ein Bestandteil der Worcestershiresauce und wird besonders in der indischen Küche verwendet, ebenso natürlich auch in Pakistan, Afghanistan und im Iran. Dort wird das Harz im Ganzen, wenn es noch elastisch ist, einfach auf die Innenseite des Kochtopfdeckels geklebt und kann so seine Aromenfülle während des Kochens an die Speisen abgeben. Hier erhält man Teufelsdreck in der Regel nur als getrocknetes Harz und dann in gemahlener Form, wobei es oft mit Bockshornkleesamen vermahlen wird, damit man es einfach dosieren kann. Bockshornkleesamen schmeckt roh bitter, wird aber beim Kochprozess milder und ist ein Bestandteil vieler Currymischungen. Trotzdem sollte man es am Anfang sparsam dosieren, damit man sein Gericht nicht durch würzen mit Teufelsdreck überwürzt. Wichtig ist dabei natürlich, das Mischungsverhältnis zwischen Teufelsdreck und Bockshornkleesamen im Gewürzpulver zu kennen.  








Kichadi aus Sri Lanka – Dal Bhat
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Zutaten:

2 Tassen Rote Linsen (Massor Dal)
2 Tassen Reis, Basmati
2 braune Zwiebeln, mittelgroß, in kleinen Würfeln
3 Knoblauchzehen, sehr fein gehackt
½ TL Ingwer, frisch gerieben
2 Kardamomkapseln, gemörsert bzw. gemahlen
1 TL Kurkuma
½ TL Koriandersamen
½ TL Chilipulver
½ TL Ceylon Zimtrinde, gemahlen
etwas Kümmel, frisch gemahlen
1 MS Nelkenpulver
1 MS Asafoetida (Teufelsdreck)
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Meersalz
5 TL Ghee bzw. Butterschmalz



Zubereitung am Vortag:

Getrocknete Linsen mit Wasser aufgießen und einige Male umrühren, Wasser abgießen. Anschließend erneut einweichen und etwa bis 3 Zentimeter über den Linsen mit Wasser aufgießen und über Nacht quellen lassen.



Zubereitung:

Gewürze bis auf Asafoetida, Nelkenpulver und dem Ingwer kurz in der Pfanne mit 2 EL Ghee anrösten und alles zur Seite stellen.

Zwiebeln schälen und in feine Würfelchen schneiden und mit dem fein gehackten Knoblauch mit 3 EL Ghee glasig andünsten.

Linsen abgießen und das Einweichwasser auffangen. Linsen mit einem Teil des Einweichwassers und die andere Hälfte mit frischem Wasser, wieder bedecken und bissfest/weich kochen, ausflockendes Eiweiß an der Oberfläche abschöpfen.

Basmatireis unter fließendem Wasser in einem Sieb waschen und mit einem Reiskocher zubereiten bzw. im Topf aufkochen und ausquellen lassen.

Abgetropfte Linsen zu der Zwiebel-Knoblauch-Mischung geben und zusammen mit dem Reis vermengen. Die Ghee-Gewürzmischung behutsam unterheben ohne die Linsen und den Reis zu zerdrücken. Eventuell noch etwas vom Linsenwasser dazugeben und kurz köcheln lassen.

Schmeckt warm wie lauwarm mit kurzgebratenem vom Huhn oder Rind aber ebenso als alleiniges Hauptgericht mit und ohne andere Gemüsesorten wie z.B. Okraschoten. 









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