Mittwoch, 30. September 2015

Obatzda



Boarisch Obaatzda, aber auch Obatzda oder Obatzter genannt und hier ein Rezept als Alternative zu den industriellen Versionen die auf den ganzen Nachahmer Oktoberfesten angeboten werden und vermutlich auch auf dem Münchener Original anzutreffen sind. Entstanden in der Zeit als es noch keine Kühlschränke des Herrn Linde in Bayern gab. Damit überreifer und somit rässer  Camembert oder Limburger Käse, zwar nicht verdorben aber eben doch sehr scharfwürzig, noch verzehrt werden konnte, wurde er mit den unten genannten Zutaten vermischt. Mit dem Entstehen der Biergärten wurde er dann auch ein beliebtes, da preisgünstiges Gericht. Nicht zu vergessen, ist da die Katharina Eisenreich, damalige Wirtin im Bräustüberl Weihenstephan, die ihren Brotzeitgästen immer einen Obazda servierte und so sehr viel für seine Bekanntheit und Verbreitung in ihrer Zeit zwischen 1920 und 1958 getan hat.

Wer einmal einen kräftigen Obazda zubereiten möchte, kann einmal als zweiten Käse den Allgäuer Weißlacker aus Sonthofen (Allgauland Käserei / im 60 g Stück verpackt) dazu probieren. Er ist sehr salzig, zum würzen dann weniger Salz verwenden.

Was die Brezn betrifft, so sind die Münchner Brezn gegenüber den Ulmer- bzw. schwäbischen Brezn heller gebacken und „semmeliger“ also nicht so knusprig im Teig. Die Schwäbischen Brezn sind oft sogar resch und an den dünnsten Stellen kross. Dazu passen beide, nicht aber die Wiesnbrezn, die sind zu groß und teigig. Auch würde ich nicht die durchgebackenen amerikanischen Pretzels oder ihr deutsches Pendant bzw. Salzstangen dazu reichen.





Obaatzda
20150919toko



Zutaten:

250 g Camembert, mit Rinde, gereift oder nach Gusto Brie (etwas milder)
100 g Limburger oder Romadur, reif, nach Gusto
50 g Topfen oder Frischkäse
35 g Süßrahmbutter
½ Zwiebel, mittelgroß, weiß, mild, fein gewürfelt
1 TL Paprikapulver
½ TL Kümmel, grob gemahlen, nach Gusto weniger oder ganzer Kümmel
1 Schuss eines „Helles Münchener Bier“
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Schnittlauchröllchen, für die Ganitur
10 Zwiebelringe einer milden weißen Zwiebel, für die Ganitur
frische Brezn



Zubereitung:

Alles bis auf die milde weiße Zwiebel in eine ausreichend große Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken, bis ein schöner „Baatz“ entstanden ist. Wobei es eine Geschmacksache ist, ob die Käserinde in große oder kleine Stücke zerdrückt wurde. Dann die Zwiebeln untermischen, damit diese nicht matschig werden. Für mindestens zwei Stunden im Kühlschrank mit Klarsichtfolie abgedeckt durchziehen lassen. Mit Schnittlauchröllchen und den Zwiebelringen anrichten und frische Brezn dazu reichen. Vorher ½ Stunde warm werden lassen.











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