Donnerstag, 14. Dezember 2017

Punsch und Co.



Was mit dem 13. Dezember beginnt, endet erst um den 6. Januar, die Verkostung warmer und gleichzeitig geistiger Getränke sprich alkoholhaltiger Heißgetränke.

Eine Überlieferung durch eine erste schriftliche Erwähnung (300 n Chr.) gilt dem Conditum Paradoxum aus der Römerzeit.

Ab dem Mittelalter folgte dem Conditum Paradoxum der Hypocras, ein Gewürzwein der auch als Medizin galt und bei dem man sich auf Hippokrates als Namensgeber berief. Es existiert aber auch die Theorie, dass der Name sich vom manica hippocrati ableitet, einen medizinischen Textilfilter durch den der Wein filtriert wurde. Die Gewürze waren jedoch noch so teuer, dass er eigentlich nur an Königshäusern oder von der oberen Adelsschicht zubereitet werden konnten. Die Basler kredenzen den Hypokras heute noch als regionale Spezialität, kühl oder leicht temperiert zu Basler Läckerli (siehe hier) oder anderem Gebäck wie Brunsli. Seit dem Mittelalter war der dortige Domprobst verpflichtet einen Hypocras seinen Domherren zu spenden und ab ca. 1623 war seine Zubereitung den Gewürzhändlern vorbehalten. Der bedeutende Unterschied zu unserem heutigen Glühwein ist der, dass man den Hypocras auch kalt genießen kann. In Basel stellt er den typischen Neujahrsfestwein dar.

Der indische Punsch nach dem Hindiwort Pantsch für Fünf, beruft sich auf die fünf Zutaten Arrak, Gewürze mit Wasser oder ein Tee, Zitrone sowie Zucker. Er kam mit der britischen Ostindien-Kompanie nach Europa. Punsch wird ebenfalls nie gekocht nur erwärmt, so bleibt aber auch der hohe Alkoholgehalt erhalten! Nachfolgendes Rezept ist sozusagen ein Punsch Ur-Rezept, was heute unter Punsch verstanden wird, variiert mitunter gewaltig vom Ursprung. Aber auch Klassiker wie Hawaiipunsch mit Ananassaft und -stücken sowie dergleichen haben sich daraus entwickelt.









Punsch und Co. / alkoholhaltige Heißgetränke
20171214toko





Conditum Paradoxum

3 TL Blütenhonig
2 Datteln, getrocknet
200 cl Rotwein, aromatisch
3 Dattelkerne, geröstet
5 Weiße Pfefferkörner, grob gemörsert
1 MS Mastix
1 MS Lavendelblüten, getrocknet
1 Lorbeerblatt, frisch
1 MS Safranfäden


Zubereitung:

Honig mit den Datteln und dem Rotwein aufkochen, Dattelkerne und die restlichen Zutaten zugeben und noch einmal aufkochen, abschäumen und für 2 Tage ziehen lassen. Durch ein Sieb abgießen. Hält ca. drei Wochen.





Hypocras

750 ml Rotwein (Grenache besonders geeignet)
220 g Staub-/Puderzucker, gesiebt
4 EL Orangensaft
1 EL Zitronensaft
1 TL Ceylon Stangenzimt, gemörsert
3 Gewürznelken, grob gemörsert
5 grüne Kardamom, nur die ausgelösen Samen
2 MS Muskatnuss, frisch gerieben
1 TL Orangenschale
1 TL Zitronenschale



Zubereitung:

Den Hypocras nicht aufkochen, sondern bei Zimmertemperatur den Zucker im Wein lösen und mit den Gewürzen vermischen. Für 5 Tage rasten lassen und durch ein Stofftuch oder feines Haarsieb filtrieren. Schmeckt so frisch Zubereitet am besten.

Wer sich sicher ist, dass er den Hypocras später erwärmt, kann den Prozess auf verkürzen und die Zutaten einmal miteinander aufkochen lassen und dann noch einmal für zwei Tage rasten lassen und filtrieren. Dieser Hypocras schmeckt aber gänzlich anders (die erhitzten Zutaten entwickeln ein anderes bzw. weiteres Aroma) und er kann auch nach längerer Aufbewahrung von der Couleur her, ins bräunliche tendieren, nur zu empfehlen wenn er wirklich nicht kalt getrunken werden soll.





Punsch

250 ml Arrak
2 Stangen Ceylon Zimtrinde, ganz, je 7 cm
5 Gewürznelken
1 Sternanis
3 grüne Kardamom Kapseln
1 schwarzer Kardamom, nach Gusto (sorgt für ein Raucharoma)
1500 ml Tee, schwarz, wie Darjeeling, abgekühlt
2 Bio-Zitronen, Saft und abgeriebene Schale
1 Zuckerhut, klein, ca. 250 g
Saft einer Orange, nach Gusto


Zubereitung (mit Vortag):

Die Gewürze mit dem Arrak aufgießen und für einen Tag rasten lassen.

Darjeeling Tee (milder aromatischer Autumnal) mit 90° Celisus heißen Wasser kochen und 4 bis 5 Minuten ziehen und anschließend abkühlen lassen.

Mit dem Zuckerhut die Zitronen abreiben und die Zitronen von Hand auspressen.
Alle Zutaten miteinander mischen und für eine Stunde rasten lassen, bzw. bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Zum genießen nur mild erwärmen, niemals aufkochen!



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