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Dienstag, 2. Januar 2018

Bamberger Hörnla / Bamberger Hörnchen


Die Bamberger Hörnla (Hörnchen) sind ein mürbes Plunderteiggebäck. Es soll vom Wiener Kipferl abstammen, das seit der türkischen Belagerung Wiens existiert, in Bamberg ist das Hörnla jedoch bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt.

Im Gegensatz zum Wiener Kipferl besteht das Hörnla aus einem Hefeteig mit Milch, in dem am nächsten Tag mehrere Lagen Butter eingezogen (touriert) werden. Wobei der Butteranteil mindestens 20% des Mehlanteils entsprechen muss.

An Allerseelen und Allerheiligen werden aus diesem Teig Seelenspitzen bzw. Seelenzöpfe geformt. Dazu wird der Teig nicht in Dreiecke, sondern in lange Rechtecke zugeschnitten, aufgerollt und jeweils zwei Stränge miteinander verflochten. Die Seelenspitzen sollen ihren Ursprung im griechischen Haaropfer haben. Homer berichtet erstmals, dass Achill eine Locke bei der Leichenfeier auf dem Scheiterhaufen des Patroklos ablegte. Diesen Allerseelenzopf gibt es aber ähnlich den Eierring an Neujahr, auch aus einem reinen Hefeteig. Dieser kräftigere Teig soll im Mittelalter von der wohlhabenden Bevölkerung für die Armen und Bedürftigen gebacken und mit einem „Vergelt's Gott“ bzw. für ein Fürbittengebet an sie abgegeben worden sein, um so die verstorbenen Seelen der eigenen Familie aus dem Fegefeuer zu erlösen.

Der Eiring an Neujahr kann ebenfalls aus diesem Teig geformt werden. Dabei wird das Hörnchen ein wenig dünner aber dafür etwas länger zum Kreis geformt und die dünnen Enden miteinander einmal verschlungen. Siehe auch Eiring und Tourieren.

Die Kissinger werden ebenfalls aus einem mit viel Butter versetzten und mäßig gesüßten Plunderteig, der in Dreiecksform zugeschnitten und mit Aprikosenkonfitüre oder einer Haselnussfüllung zusammengerollt wird, hergestellt. Nach dem Backen werden sie noch zusätzlich mit Zuckerglasur bestrichen.
 






Bamberger Hörnla / Bamberger Hörnchen
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Zutaten Teig:

18 g Frischhefe
65 g Kristallzucker, fein
250 ml Milch, zimmerwarm
1 Hühnerei, Klasse L, verschlagen
25 g Süßrahmbutter, zimmerwarm
550 g Weizenmehl, Type 550, gesiebt
9 g Meersalz, fein
130 g Süßrahmbutter, flach ausgerollt, kalt, zum Tourieren
1 Eigelb vom Hühnerei, Klasse L, zum Bestreichen, nach Gusto
1 EL Milch, zum Bestreichen, nach Gusto



Zubereitung Vortag:

Die Hefe in die Milch bröckeln und auflösen, das verschlagene Ei und den Zucker untermischen. Das Mehl mit dem Salz mischen und in eine Rührschüssel geben, 50 g kleine Butterwürfel zugeben und eine Vertiefung in der Mitte formen. Die Hefe-Milch-Ei-Mischung in die Vertiefung des Mehls gießen und mit den Knethaken für ca. 6 Minuten auf langsamer Stufe mit dem Knethaken homogen vermischen. Anschließend für 3 Minuten auf hoher Stufe zu einem glatten Teig verkneten, der sich vom Schüsselrand löst.

Mit Folie abgedeckt über Nacht kühl stellen. Am besten den Teig auf die vierfache Fläche der Butterplatte ausrollen und beides so kalt stellen.



Zubereitung:

Den noch kühlen Teig auf die vierfache Fläche der Butterplatte ausrollen und die Butterplatte auf Spitze der Teigplatte legen. Die Teigplattenecken über der Butterplatte zusammenschlagen und leicht ausrollen. Die Teigplatte zu einem Drittel auf das nächste Drittel der Platte falten und nochmals einschlagen. Auf die doppelte Fläche ausrollen und dreimal einschlagen, so dass vier Lagen entstehen, anschließend auf eine Fläche von ca. 50 x 50 Zentimetern ausrollen. Einmal halbieren und schräg jeweils 8 spitze Dreiecke pro Platte zuschneiden.

Jedes Dreieck zur Spitze hin aufrollen, rund zu Hörnchen formen, und für 30 Minuten rasten lassen (das Hörnla ist schlanker als ein französische Croissant).

Backrohr auf 225° C, Ober- und Unterhitze vorheizen.

Nach Gusto mit der Eigelb-Milch-Mischung bestreichen und für 25 Minuten auf der unteren Schiene goldbraun backen.







Freitag, 24. November 2017

Linzer Kipferl / Weihnachtsplätzchen / Christmas Cookies / Teil 35



Linzer Kipferl (oder Kipferln) sind ein echter mürber Spritzgebäck-Klassiker in der Weihnachtszeit.

Aus dem Reich der Sagen kommt die Geschichte, dass die halbmondförmigen Kipferl (allerdings aus einem Hefe-Briocheteig Vorläufer gebacken) als Zeichen des Hohns über den Großwesir Kara Mustafa Pascha und seiner erfolglosen zweiten Türkenbelagerung Wiens 1683 durch den Bäckermeister Peter Wendler erfunden sein sollen. 1683 wurden auch der Stern und der Halbmond, der seit 1519 - allerdings nicht als osmanisches Symbol - am Südturm des Stephansdom als Wetterfahne diente, abgebaut und durch ein Kreuz ersetzt. Wahrscheinlich ist diese Ausformung aber schon 350 Jahre älter. Jedoch kann man relativ sicher sagen, dass sie als Vorlage für die Form der Croissants in Frankreich diente und durch Marie Antoinette dahin mitgebracht wurde.






















Linzer Kipferl / Weihnachtsplätzchen / Christmas Cookies / Teil 35
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Zutaten ( 120 kleine bzw. 70 große Kipferl):


280 g Süßrahmbutter, weich
140 g Staubzucker, gesiebt
4 Eigelb, vom Hühnerei der Klasse L, verschlagen
1 Prise Salz, fein
3 EL Zitronensaft
Abrieb einer ½ Bio-Zitrone
2 EL Vanillezucker
540 g Weizenmehl, gesiebt, Type 405
200 g Marillen- oder rote Ribiselkonfitüre, fein passiert
200 g Zartbitterkuvertüre
Staubzucker zum bestreuen



 
Küchenutensilien:

elektr. Küchenmaschine mit Knethaken
Dressiersack/Spritzbeutel mit kleiner (5 mm) oder großer (12 mm)
          geöffneter Sterntülle (ca. 8 Zacken keine feinen Zacken)
Backtrennpapier
Backblech
Kuchengitter



Zubereitung:

Die zimmerwarme Butter mit dem Staubzucker schaumig rühren, Verschlagenes Eigelb zugeben und alles gut vermengen. Die Prise Salz, Zitronensaft, Zitronenschale, Vanillezucker und das gesiebte Weizenmehl bei niedriger Umdrehungszahl des Knethaken dazugeben und zu einem weichen Teig verkneten. Den Teig für 10 Minuten rasten lassen und anschließend in einen Spritzbeutel mit großer offener Sterntülle füllen.

Das Backrohr auf 180° C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Kipferl in gleichmäßiger Größe auf das mit Backtrennpapier belegte Blech spritzen und auf der mittleren Schiene in ca. 8 bis 15 Minuten (je nach Größer der Kipferl) hell backen.

Aus dem Rohr nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Die Hälfte der Kipferl auf der Unterseite mit Marillen- oder roter Ribiselkonfitüre bestreichen und ein Kipferl-Gegenstück aufsetzen, nur leicht andrücken. Etwas rasten lassen, die Schokoladenkuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die zusammengesetzten Kipferl an den Enden in die Schokoladenkuvertüre tunken und auf einem Kuchengitter fest werden lassen. Nach Gusto mit Staubzucker einpudern.